Presseberichte

(ksta) Ungewöhnlicher Zugang zur Geschichte

Pulheim-Brauweiler. Lange versteckte es sich auf einem Speicher. Nun steht das Fotoalbum eines unbekannten Piloten aus dem Ersten Weltkrieg im Mittelpunkt des Projektes „Flug in die Vergangenheit“. Es ist Teil der Bildungspartnerschaft, die das Abtei-Gymnasium und das Archivberatungs- und Fortbildungszentrums des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) seit 2011 verbindet. Kommenden Donnerstag, 5. Juli, 18 Uhr, präsentieren Schüler der Klasse 8a im Gierdensaal der Abtei Brauweiler ihr Projekt und ihre Erkenntnisse.

Das Fotoalbum habe eine Privatperson dem Archivübergeben, sagt die wissenschaftliche Archivarin Dr. Ricarda Henkel. „Besonders interessant sind die vielen Fotos aus dem Pilotenumfeld. Das Fotoalbum hat großen historischen Wert.“ Daher habe sich das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrums überlegt, ein Projekt mit dem Titel „Flug in die Vergangenheit“ aufzulegen.

Den Schülern der Klasse 8a haben die vielen Fotos einen eher ungewöhnlichen Zugang zum Thema „Erster Weltkrieg“ beschert. Mit Studierenden der Uni Köln haben sie das Fotoalbum im Geschichtsunterricht als historische Quelle intensiv erforscht und die rund 100 Jahre alten Bilder befragt, erläutert Ricarda Henkel. Sie wollten erfahren, welche Rolle Flugzeuge gespielt und wie sie sich technisch entwickelt haben. Auch der Geschichte der Luftstreitkräfte und dem Heldenmythos um Piloten sind sie auf den Grund gegangen.

Im Kunstunterricht haben sie ihre Erkenntnisse verarbeitet. Die Achtklässler haben Drehbücher geschrieben und mit Tablets kurze „Erklärvideos“ gedreht.

Damit der „Flug in die Vergangenheit“ nicht nur der Schulgemeinde zugänglich ist, haben sich weitere Schüler in das Projekt eingeklinkt. Kurzerhand hat der Technikkursus eine Webseite gestaltet, die in den nächsten Tagen freigeschaltet wird.

Stoff für ein weiteres fächerübergreifendes Projekt hat die neugestaltete Dauerausstellung im Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn geliefert. An zwei Wochenenden haben sich Schüler des Projektkurses „KulTour“ der Oberstufe (Q2) mit Lehrer David Schuster, Dr. Simone Mergen, Bildungsreferentin im Haus der Geschichte, und deren Assistenten Dominik Fasel in der Bonner Ausstellung getroffen. Zum Auftakt führte Simone Mergen die Schüler durch die Ausstellung.

„Dann bildeten sie Gruppen, die sich jeweils mit einem Exponat befassen sollten“, so David Schuster. Dazu zählten die Schlüssel der Prager Botschaft, die wiederum die Frage aufwarfen, warum Menschen ihr Zuhause zurücklassen. Die Schüler „haben Drehbücher geschrieben, Interviews geführt, Spielszenen erarbeitet und vieles mehr.“ Anschließend, entweder im Unterricht oder zu Hause, haben die Schüler die Videos geschnitten und nachbearbeitet. „Das Projekt hat richtig viel Spaß gemacht. So wird deutsche Geschichte interessant vermittelt“, fand Maximilian Roth, Schülersprecher am Abtei-Gymnasium.

Die Termine

Die Dokumentarfilme des Projektkurses und der „Flug in die Vergangenheit“ sind heute, Mittwoch, 18 Uhr, beim (schulinternen) Filmfestival im Frechener Lindentheater, Lindenstraße 16, zu sehen. Morgen, 18 Uhr, spricht Dr. Aribert Reimann im Gierdensaal zu „100 Jahre Kriegsende – 100 Jahre Kriegsgeschichte.“

www.archivundschule.abteigymnasium.de/

Maria Machnik

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