Presseberichte

(ksta) Keine Angst vor dem Tod

Von Maria Machnik, 15.11.2013

KSTA-Interview Alexander und DariusSchüler der achten Klasse des Abtei-Gymnasiums führten eine Umfrage durch, bei der sie herausfinden wollten, wie die Menschen mit dem Thema Tod umgehen. Ach zum Thema Hospiz wurden die Passanten befragt.

Das war ein Erfolg für die Schüler der Klasse 8 am Abtei-Gymnasium Brauweiler. Mit der Aufgabe im Gepäck, Passanten zu den Themen Tod und Hospiz zu befragen, waren die Gymnasiasten am Donnerstag im Abtei-Ort unterwegs.

„Die Einwohner von Brauweiler erwiesen sich als ausgesprochen freundlich und auskunftsfreudig“, sagt Gerd Felser vom Team Zirkel (Münster), Leiter des Projekts „Bewusst leben – menschenwürdig sterben“ der ambulanten Hospizvereine im Rhein-Erft-Kreis. Die Schüler der Klassen a, b und d hätten 134 Bürger angesprochen, 124 hätten die Fragen bereitwillig beantwortet.

Eingeteilt in sechs Gruppen, ausgerüstet mit Stift und Papier, haben sie den Wochenmarkt und viele Geschäfte im Ort besucht. Kurz vor dem Ausschwärmen hatten Gerd Felser und Lehrerin Martina van Laack den Schülern den Tipp gegeben, sich von Absagen nicht entmutigen zu lassen. Die aufmunternden Worte waren offenbar gar nicht nötig: Der Erfolg der Befragung sei beachtlich gewesen, sagt Projektleiter Felder.

"Haben Sie Angst vor dem Tod?"

„Ist der November für Sie ein trauriger Monat?“, „Haben Sie Angst vor dem Tod, und wie stellen Sie sich ein Leben nach dem Tod vor?“ Mit Fragen wie diesen konfrontierten die Schüler die Passanten. Für das Gros der Befragten sei der November ein Monat wie jeder andere. Einige hätten angegeben, sie empfänden ihn wegen des Wetters als trüb und traurig. Ein älterer Mann habe gesagt: „Der November ist ein ganz trauriger Monat, weil da meine beiden Eltern und meine Schwiegertochter gestorben sind.“ Eine Marktfrau sei der Meinung, der Mensch brauche den November, um sich vom Sommer und Herbst zu verabschieden und sich seelisch auf den Winter einzustellen.

Auffällig ist für Gerd Felder, dass nur 30 der Befragten Angst vor dem Tod haben und nur 40 an ein Leben nach dem Tod glauben. „Ausgesprochen positiv fällt das Urteil dagegen über die Hospizarbeit aus.“ Beispielhaft nennt Gerd Felder folgende Aussagen: „Hospize sind super Einrichtungen. Es ist zu begrüßen, dass die Angehörigen von Sterbenden dort begleitet werden und Rückhalt bekommen“, „Es ist gut, wenn jemand in einer schnelllebigen, lauten Welt Zeit für das Sterben und den Tod einräumt“ und „Toll, dass Leute das machen“. Es gibt aber auch einen Wermutstropfen: Nach den Worten von Gerd Felder kennt nur ein Viertel der Befragten den Verein Hospiz Pulheim, und noch weniger das Hospiz Haus Erftaue in Erftstadt.

Dank für Einsatz

„Das ist eine Herausforderung an uns, unsere Arbeit noch bekannter zu machen“, sagt Barbara Schwenzer, die Koordinatorin von Hospiz Pulheim. Sie und Karl-Heinz Bossier, Vize-Vorsitzender von Hospiz Pulheim, hatten Schüler begleitet. „Euer Einsatz war toll. Ich bin euch dankbar, dass ihr euch diese Umfrage zugetraut und euch dabei so engagiert habt“, sagte er am Ende der Befragung. Auch Projektleiter Gerd Felder war angetan: „Ihr habt durch euer Engagement noch einmal unterstrichen: Der Tod gehört zum Leben, mitten in den Ort und in das Alltagsleben und nicht in eine Tabu-Ecke.“ Die Ergebnisse des Projekts werden am 27. November im Albert-Schweitzer-Gymnasium Hürth vorgestellt.

© Kölner Stadtanzeiger - Alle Rechte vorbehalten 2013

Drucken