(Mathematik) Bonner Mathematikturnier

Ansprechpartner: Herr Berk
Kategorie: internationaler Wettbewerb; Team-Wettbewerb
Klassen: 10 bis 12
Zielgruppe: mathematisch Interessierte
Niveau der Aufgaben: hoch

Jedes Jahr stellen sich hunderte von Schülerinnen und Schülern einer ungewöhnlichen Herausforderung: In Teams treten sie gegeneinander an, um in fairem Wettstreit die Besten unter ihnen zu ermitteln. Das KölnBonner Mathematikturnier verlangt viel von den jungen Talenten, denn die Aufgaben sind kniffelig und niveauvoll und sie zu lösen erfordert neben mathematischem Können unbedingt auch Teamgeist, denn Einzelkämpfer bleiben bei diesem Turnier chancenlos. Seit 2012 wird das Turnier gemeinsam vom Mathematischen Institut der Universität zu Köln, Mitarbeitern des Seminars für Mathematik und ihre Didaktik der Universität zu Köln, und dem Hausdorff Center for Mathematics der Universität Bonn ausgerichtet. Das Turnier gliedert sich in die "Staffel", die vormittags stattfindet, und den Nachmittagswettbewerb "Sum of Us".

Bei der Staffel arbeitet sich jedes Team durch einen Satz von 20 Aufgaben. Im besten Fall findet das Team die richtige Lösung und erhält dann sofort die Anzahl der Punkte, die für diese Aufgabe vorgesehen ist, gutgeschrieben. Es geht sofort weiter mit der nächsten Aufgabenstellung.

Schwieriger wird es, wenn eine Lösung nicht in Sicht ist. Dann muss die Gruppe gemeinschaftlich entscheiden, ob die Aufgabe aufgegeben werden soll. Die Punkte sind dann definitiv verloren, denn es darf auch später nicht mehr an der Lösung gearbeitet werden. In diese Entscheidung fließen verschiedene Faktoren mit ein: Wird die Aufgabe mit 20 oder sogar mit 30 Punkten bewertet? Wie viele Punkte sind mit den verbleibenden Aufgaben noch zu holen? Und die Zeit läuft! Nach einer Stunde endet der Wettbewerb, wenn nicht schon früher eines der konkurrierenden Teams die maximale Punktzahl (500) erreicht und die Staffel damit beendet hat. Während des Wettkampfs lässt sich die Konkurrenz beobachten, denn alle Punktestände werden auf großen Tafeln angezeigt.

Eventuell ist die Lösung, die ein Team erarbeitet hat, falsch. Dann gibt es die Möglichkeit die Antwort zu korrigieren. Dabei gibt es zu jeder Aufgabe eine festgelegte, maximale Anzahl von Korrekturversuchen - in der Regel sind es drei. Aber auch hier gilt, dass das Team die Aufgabe auch verloren geben darf.

Jeweils ein Jurymitglied sitzt zusammen mit den 5 Schülerinnen und Schülern eines Teams am Tisch. Die Funktion der Jury ist es, die Aufgaben auszugeben und die Lösungen zu kontrollieren. Ist die Lösung korrekt, hält die Jury das entsprechende Punktekärtchen hoch, das dann von einem Helfer eingesammelt wird. Die Punktezahl wird sofort zur Veröffentlichung an den Tafeln weitergereicht.

Jede der teilnehmenden Schulen schickt ihre Besten ins Rennen. Aber als wäre das nicht genug, nimmt an der Staffel auch das berüchtigte Dreamteam teil: Diese Gruppe rekrutiert sich jedes Jahr neu aus Professorinnen, Professoren und gestandenen Größen aus Forschung und Lehre. Was Mathematik angeht, macht denen so schnell keiner was vor; in Sachen Teamwork sieht es allerdings schon schlechter aus. Denn während die Schülergruppen sich untereinander meist gut kennen, wird das Dreamteam erst während der laufenden Staffel zur echten Mannschaft. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für die Schüler, was sich daran zeigt, dass bisher noch kein Dreamteam die Staffel gewinnen konnte. Dieser mächtige Gegner lässt sich also nur mit einer Waffe schlagen: Teamwork! In jedem Jahr schlägt auch ein Gast die Brücke von der theoretischen Bearbeitung mathematischer Aufgaben zur praktischen Anwendung von Mathematik. So referierte bei vergangenen Turnieren z. B. Prof. Dr. Max P. Baur über statistische Forensik und der Kopfrechenweltmeister Dr. Dr. Gert Mittring überraschte mit seinem außergewöhnlichen Talent. Eine Ausstellung mathematischer Exponate rundet das Matheturnier ab.

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